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06.07.2010

Das Osliper Gemeinde- und Denkbuch

Im Esterházyschen Familienarchiv findet sich ein in geschichtlicher und sprachlicher Hinsicht bemerkenswertes Dokument. Hiebei handelt es sich um das in Pergament gebundene "Oslopperische Gmain- und Denckbuech" aus dem 17. Jhdt., das nun näherer wissenschaftlicher Betrachtung unterzogen wurde und im Reprint breiteren Kreisen zugänglich gemacht wurde. Protokolle im "Gmain- und Denckbuech" führten insgesamt 21 Richter über einen Zeitraum von 91 Jahren, von 1641 bis 1732. Sie wurden zum Großteil in Deutsch abgefasst und zu einem geringeren Teil in Kroatisch, je nach sprachlicher Kompetenz des betreffenden Richters.

Das Osliper Gemeinde- und Denkbuch 1641-1732

Das in Pergament gebundene „Oslopperische Gmain- und Denckbuech“ aus dem 17. Jhdt. befindet sich im Esterházyschen Familienarchiv. Dieses in sprachlicher und geschichtlicher Hinsicht bemerkenswerte Buch wurde im Reprint breiteren Kreisen zugänglich gemacht.

 

Hinrichtung von Oslipern in Purbach

Traurige Vorfälle in Purbach im Jahre 1635 erschütterten die Ortsbevölkerung derart, dass in der Folge ein Gedächtnisprotokoll in Form eines „Denkbuches“ angelegt wurde, um Verleumdungen und Streitigkeiten durch scharfe Strafandrohungen abzuwehren. Der Dorfrichter Hans Tergoschüz und eine größere Anzahl von männlichen und weiblichen Mitangeklagten wurden nämlich der Hexerei geziehen und in Purbach hingerichtet. Für den Fall dass die örtliche Gerichtsordnung missachtet wurde, waren Strafsätze vorgesehen, die jedoch nur angedroht, aber nicht tatsächlich eingebracht wurden. Eine Strafe war in der Regel der Gemeinde, der Herrschaft und der Kirche zugedacht und sollte in erster Linie zur Abschreckung vor neulichen Übertritten dienen.

 

Protokolle von 21 Richtern

Protokolle im „Gmain- und Denckbuech“ führten insgesamt 21 Richter über einen Zeitraum von 91 Jahren, von 1641 bis 1732. Sie wurden zum Großteil in Deutsch abgefasst und zu einem geringeren Teil in Kroatisch, je nach sprachlicher Kompetenz des betreffenden Richters.

 

In mehreren Wellen angesiedelt

Die Ansiedlung der Kroaten in Oslip erfolgte in mehreren Wellen, aber schon etwa um 1535 setzte die Assimilierung der deutschen Stammbevölkerung ein. Dennoch beeinflusste auch die anderssprachige Obrigkeit die kroatische Muttersprache der Ortsbevölkerung. So wurden Lehnwörter aus dem deutschen und gelegentlich auch aus dem ungarischen Dialekt der Umgebung übernommen. Dabei handelte es sich um Begriffe, die den Kroaten fremd oder nicht geläufig waren.

 

Übernahme von alten Riednamen

Wenn die kroatischen Zuwanderer auf eine deutsche Stammbevölkerung stießen, wurden etwa auch alte Riednamen übernommen. Das „Oslopperische Gmain- und Denkbuech“ wurde vom Historiker Dr. Harald Prickler und dem Slawisten Mag. Josef Vlasits im Rahmen des Wissenschaftlichen Institutes untersucht.

Prickler/Vlasits: Uzlopska gmajska knjiga - Das Osliper Gemeinde- und Denkbuch 1641-1732, ZIGH, Oberwart 2001.; Format: 170 x 220 mm, 176 S. , ISBN 3 901 70609

 

 

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