Das sprachhistorische Wörterbuch des Burgenlandkroatischen wurde in langjähriger Arbeit von István Nyomárkay und seinen Mitarbeitern Zita Benkovics, Ildikó Kálmán, Péter Szedlay und Ágnes Vörös erstellt und mit Unterstützung des Wissenschaftlichen Institutes im Jahre 1996 gedruckt.
Evangelienbuch aus 1732 diente als primäre Vorlage
Zur Erstellung des Stichwortverzeichnisses diente primär das Evangelienbuch aus dem Jahre 1732, Horvaczko Evangyelye. Es wurde als Vorlage für das Exzerpieren von Wortmaterial verwendet, da es die meisten Elemente des Grundwortschatzes enthält. Durch andere Quellen mit überwiegend religiösem und zu einem geringeren Teil profanem Charakter, wie etwa durch Gebetbücher, Katechismen, Erbauungsschriften, Bibelgeschichten und Schulbücher, wurden die Einträge vervollständigt.
Viele Ausdrücke sind aus aktivem Sprachgebrauch verschwunden
Dieses Wörterbuch beinhaltet einen historischen Wortschatz des Burgenlandkroatischen aus verschiedenen Sachbereichen, wobei die Begriffe mit religiösem Inhalt die größte Wortgruppe bilden. Viele Ausdrücke, die sich in diesem Wörterbuch synchronischen Charakters finden, sind aus dem aktiven Sprachgebrauch bereits verschwunden. Im Zuge der Normierung, Weiterentwicklung und Erneuerung der burgenlandkroatischen Sprache im Rahmen der Sprachkommission kann nun auch auf diese Ausdrücke zurückgegriffen werden.
István Nyomárkay: "Sprachhistorisches Wörterbuch des Burgenlandkroatischen mit einem rückläufigen Verzeichnis der Titelwörter", Mitherausgeber: Ungarische Akademie der Wissenschaften; Szombathely 1996; Format 138 x 196 mm, 424 Seiten; ISBN 3-901-70601 |